Alles steht Kopf





Der am 1. Oktober 2015 in Deutschland startende Animationsfilm „Alles steht Kopf“ aus dem Hause PIXAR, verschafft dem Zuschauer einen Einblick in die Vorgänge, die laut den Machern des Filmes, in unseren Köpfen durcheinander wirbeln – jeden Tag unseres Lebens.

Der Animationsfilm vereint Humor, Melancholie, Klischee (im Hinblick auf Mann und Frau und familiäres Denken), viel Herz, Selbstironie, gepaart mit einer Prise Emotionalität und Tiefgründigkeit.
Letzteres wird wohl vor allem eher die erwachsene Generation erst zu einhundert Prozent vollziehen können, denn der Film bildet eine wunderbare Metapher für die Veränderungen in unserem Leben und vor allem für unsere Handlungen, die, meistens, auch das Durcheinander unserer Gefühle basieren.

PIXAR hat mit diesem Film ein wunderbares Kino-Abenteuer für „Klein und Groß“ geschaffen, wobei sich die Tiefe der Geschichte wohl vor allem an Letztere richtet.

Die Figuren sind charakterlich detailliert gezeichnet und das Wertvolle an diesen: Ihr Innerstes, ihre innerste Eigenschaft wird charmant nach außen, auf ihr Erscheinungsbild projiziert.
So erscheint, beispielsweise, „Kummer“ in traurigem Blau, mit Hornbrille, „fettigen Haaren“, einem Strickpullover, kurzen Beinen und einem tollpatschigen, niedergeschlagenem Auftreten – „Kummer“ wirkt zuerst fehl am Platz.
„Freude“ hingegen, strahlt buchstäblich von der Kinoleinwand – in einem freundlichen Gelbton, beinahe leuchtend wie ein Stern, schwebt sie fröhlich durch das Gehirn der weiblichen Hauptfigur und versucht alle Gefühle und Situationen in schöne Erinnerungen zu verwandeln und das Gleichgewicht der Emotionen zu halten.
Die Figurenzeichnungen sind insofern, insbesondere für die Kinder, die diesen Film schauen, eine gelungene Darstellung der Gefühle, die sie verkörpern. Kinder können die Gefühle, vor allem auch über Farben assoziieren (so wird die „Wut“ in dem Film rot dargestellt).

Über die Zeichnungen gibt es weiterhin zu sagen, dass die Charaktere so animiert worden sind, dass Mimik und Gestik weder steif noch unterkühlt wirken – jede Figur kann durch ihre eigenwillige Gestik charakterisiert werden, vor allem die Gesichter der Figuren strotzen nur so vor Ausdruckskraft. Die HD Qualität der Trailer und auch des Filmes sind für diese Reise von großem Wert.
Wer das Abenteuer in 3D schauen wird, darf sich vor allem auf hochauflösende Sequenzen freuen, bei denen man das Gefühl hat, direkt neben „Kummer“ und „Freude“ zu stehen und bei denen eine Gänsehaut beschert wird – z.B. die einstürzenden Kerneigenschaften, wenn diese in einen gellenden, schwarzen Abgrund stürzen.
Die Umgebungen, passen sich dem Ton und dem dargestellten Gefühl der Figuren an. So ist in der „Kommandozentrale“ im Kopf der Hauptfigur ein fröhliches Durcheinander und augenscheinliche Harmonie zu erkennen, im Gegensatz dazu wird es „draußen“ im Langzeitgedächtnis, verwirrender, verzweifelter, kühler, tragischer.

Die Tonqualität wird sich sicherlich, je nach Kino, verändern, war jedoch für einen Animationsfilm sehr ansprechend. Die Synchronisation der Original-Sprecher ist äußerst gelungen, die Stimmen der gewählten Schauspieler passen perfekt zu den animierten Figuren, insbesondere „Freude“(gesprochen von Nana Spier) „Kummer“ (gesprochen von Philine Peters-Arnolds) und „Wut“ (gesprochen von Hans-Joachim Heist, auch bekannt als „Gernot Hassknecht“) wirken vor allem durch die Synchronsprecher lebendig und authentisch.

Pete Docter, Regisseur und Drehbuchautor des Films hat ganze Arbeit geleistet in diesem PIXAR –Werk.
Könnte man an dem Drehbuch vielleicht die ein oder andere winzige Kritik gegen Ende hegen, vergisst man dies im Hinblick auf den Rest des Filmes schnell wieder.
Die Kameraeinstellungen passen zu den jeweiligen Szenen und den Handlungen der Figuren, auch, oder vor allem die Perspektiven im Kopf der dargestellten menschlichen Personen, der Blick auf das gesamte „Kontrollzentrum“, das sich vom Aussehen her auch von Mensch zu Mensch und Tier zu Tier unterscheidet, sind fantastisch anzusehen.
Wendungen sind am Anfang vor allem auf Grund der Kamerabewegungen schwer einzuschätzen. „Kummer“ ist zu diesem Zeitpunkt in der Story ein eher unterschwelliges Gefühl und im Kamerabild ebenso unauffällig, wie selten, wird in einer Bücherecke „abgestellt“ und sich selbst überlassen.
Der Schwerpunkt wird auf „Freude“ gelegt – so passen Inhalt und „Bild“ hervorragend zueinander und gestalten ein komplexes Kinoerlebnis. Erst, wenn „Kummer“ aus der Emotion heraus handelt – wie es ihr eben angeboren ist – und droht Schaden anzurichten, schwenkt die Kamera in exakt diesem Moment auf die Figur.
Die Regie hat somit die Verbindungen der Figuren zueinander hervorragend dargelegt, sowie eine sehr wichtige Erkenntnis im Laufe des Filmes geschaffen:
Scheinen „Kummer“ und „Freude“ am Anfang keine Freunde zu sein, und „Kummer“ eine unterschwellige Rolle erhalten, während „Freude“ immer versucht alles im Gleichgewicht zu halten, müssen beide am Ende doch eines erkennen:
„Freude“ und „Kummer“ bedingen sich beide gegenseitig. Ohne „Kummer“ kann es keine „Freude“ geben und genau dieses Gleichgewicht aller Gefühle ist es, wonach im Film gesucht wird und was Regisseur Pete Docter in einer herzerwärmenden, lustigen, wunderbaren Geschichte auf der Leinwand darzustellen weiß.

Fazit

Unsere Wertung zu Alles steht Kopf
 Wertung 90 von 100 Punkten


"Ein Kinoabenteuer, dass durch seine fantasievolle Authentizität und eine tolle Geschichte, besticht und sich einen Rang in den oberen Kinochart-Plätzen verdient hat! "


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Gesamtwertung
90

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